Lappen

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Lap|pen ['lapn̩], der; -s, -:
[altes] Stück Stoff, Fetzen:
etwas mit einem Lappen putzen.
Syn.: Tuch.
Zus.: Abwaschlappen, Aufwaschlappen, Aufwischlappen, Lederlappen, Putzlappen, Scheuerlappen, Spüllappen, Wischlappen.

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Lạp|pen 〈m. 4
1. Stück Stoff, wertloses Tuch zum Gebrauch im Haushalt, zum Putzen von Maschinen usw. (Putz\Lappen, Wasch\Lappen, Wisch\Lappen)
2. flächiges Organ od. Organteil (Fleisch\Lappen, Haut\Lappen)
3. 〈Jägerspr.〉
3.1 Haut zw. den Zehen des Wasserwildes (\Lappentaucher)
3.2 〈Pl.〉 große Stücke Stoff, mit denen bei Treibjagden ein Stück Wald eingegrenzt wird, um das Wild in eine bestimmte Richtung zu treiben
4. 〈fig.; umg.〉
4.1 Geldschein (von hohem Wert)
● jmdm. durch die \Lappen gehen 〈fig.〉 ihm entgehen, entweichen, entwischen [<ahd. lappo, lappa „herabhängendes Stück Zeug“ <germ. labba-; zu idg. *leb-, *lab- „schlaff (herabhängend)“; verwandt mit läppisch, Lappalie, Laffe, Lippe, Lumpen, schlapp] Siehe auch Info-Eintrag: Lappen - info!

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Lạp|pen , der; -s, - [mhd. lappe, ahd. lappo, lappa, urspr. = schlaff Herabhängendes, wohl verw. mit schlafen in dessen urspr. Bed. »schlaff werden«]:
1. [minderwertiges] kleineres Stück Stoff, Leder o. Ä.:
einen L. auswaschen, auswringen;
etw. mit einem L. säubern, blank polieren, umwickeln, zustopfen, flicken.
2. (salopp)
a) Geldschein [mit größerem Wert]:
für die paar L. reiß ich mir doch kein Bein aus!;
b) Führerschein, Fahrerlaubnis:
er muss seinen L. für einen Monat abgeben.
3.
a) [herunterhängendes] Stück Haut am tierischen Körper:
die L. eines Truthahns;
b) flächiger Teil eines Organs:
der rechte L. der Lunge.
4.
jmdm. durch die L. gehen (ugs.; [jmdm.] entkommen, entgehen: er ist der Polizei durch die L. gegangen; die Wohnung, das Geschäft ist mir ärgerlicherweise durch die L. gegangen).

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Lạppen
 
[finnisch], Eigenbezeichnung Samek [»Sumpfleute«], Singular Sabme, in Norwegen und Schweden Samen, Volk (etwa 60 000) in Lappland, davon um 36 000 in Norwegen, über 15 000 in Schweden, 5 000-7 000 in Finnland und 2 000 in Russland. Die Lappen zeigen europide und nordide Merkmale sowie mongoliden Einschlag (ohne Mongolenfalte). Nach Lebensweise und Siedlungsgebiet unterteilt man die Lappen in vier Gruppen: die an den Fjorden Nordnorwegens Fischfang und Landwirtschaft betreibenden Seelappen; die entlang den Wasserläufen lebenden, ebenfalls Landwirtschaft und Fischfang ausübenden Fluss- und Binnenseelappen; die ursprünglich als halbnomadischer Jäger und Fischer lebenden Waldlappen, die in geringem Umfang auch Rentierzucht betrieben (heute nur noch in einigen Gebieten Schwedisch-Lapplands); die früher vollnomadischen Berglappen mit Rentierhaltung als Haupterwerbsquelle, deren verhältnismäßig große Herden lange Wanderungen zwischen Sommer- (norwegische Fjellgebiete und Inseln) und Winterweiden (östliches Vorland der Skanden) zurücklegen. Die Herden werden dabei heute nur noch von wenigen Hirten begleitet, während sich der größte Teil der Berglappen in der Nähe der Winterweiden niedergelassen hat.
 
Bei allen Gruppen gibt es viel traditionelles Kulturgut: Horn-, Knochen-, Holz- und Birkenrindearbeiten, bunte Bandwebereien, Wollteppiche, dazu Fell- und Zinnarbeiten. Typ. Merkmal lappischer Kultur und Teil einer zweckdienlichen Ausstattung gegen die Kälte ist die Tracht, die auch von sesshaften Lappen noch als Symbol der Zusammengehörigkeit getragen wird. Kontinuität weist auch der Schamanismus auf. Die Lappen in Finnland, Norwegen und Schweden sind Lutheraner, die Skoltlappen auf Kola sind orthodoxe Christen.
 
 
Lapponica, hg. v. A. Furumark u. a. (Lund 1964);
 Ø. Vorren u. E. Manker: Die L. (a. d. Norweg., 1967);
 L. Vajda: Unters. zur Gesch. der Hirtenkulturen (1968);
 
The Lapps today in Finnland, Norway and Sweden, hg. v. R. G. P. Hill u. a. (Oslo 1969);
 T. Ingold: The Skolt Lapps today (Cambridge 1976);
 L. Bäckman u. A. Hultkrantz: Studies in Lapp Shamanism (Stockholm 1978);
 E. Kasten: Kulturwandel bei den Samen (1983);
 B. Kirchhof: Die L. (1984).
 

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Lạp|pen, der; -s, - [mhd. lappe, ahd. lappo, lappa, urspr. = schlaff Herabhängendes, wohl verw. mit ↑schlafen in dessen urspr. Bed. „schlaff werden“]: 1. [minderwertiges] kleineres Stück Stoff, Leder o. Ä.: lehm- und blutverschmierte L., verkrustete Wunden (Plievier, Stalingrad 42); einen L. auswaschen, auswringen; Scheuerweiber führten feuchte L. (Scheuer-, Putzlappen) über den ... Boden (Th. Mann, Krull 134); etw. mit einem L. säubern, blank polieren, umwickeln, zustopfen, flicken; ein Hemd zu L. zerschneiden. 2. (salopp): a) Geldschein [mit größerem Wert]: für die paar L. arbeite ich nicht; Felix ..., pump mir 'nen blauen L. (Hundertmarkschein; Bredel, Väter 17); Sie (= die Nutten) streiten ... um jeden grünen L. (Zwanzigmarkschein; Sobota, Minus-Mann 20); b) Führerschein, Fahrerlaubnis: wegen Trunkenheit am Steuer musste er seinen L. abgeben. 3. a) [herunterhängendes] Stück Haut am tierischen Körper: die L. eines Truthahns; Die Hennen wurden von einem schneeweißen ... Gockel regiert, der saftige L. ... hatte (Molo, Frieden 104); b) <Pl.> (Jägerspr.) Häute zwischen den Zehen eines Schwimmvogels; c) <Pl.> (Jägerspr.) Lefzen des Hundes; d) flächiger Teil eines Organs: der rechte L. der Lunge. 4. <Pl.> (Jägerspr.) bunte od. weiße, an langen Schnüren aufgehängte Stofftücher, die u. a. bei Treibjagden das Wild abschrecken sollen, aus einem bestimmten Gebiet auszubrechen: mehrere Wechsel durch L. verblenden; *jmdm. durch die L. gehen (ugs.; [jmdm.] entkommen, entgehen): er ist der Polizei durch die L. gegangen; Das tut mir so Leid, dass dir jetzt das Geschäft in Innsbruck durch die L. geht (Sobota, Minus-Mann 189). 5. (ugs. abwertend; landsch.) Schwächling: Du wolltest mir beweisen, was für ein L. ich bin mit meinen großen Sprüchen (Brasch, Söhne 35).

Universal-Lexikon. 2012.

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